Erweiterung der Mini-Phänomenta

Die Mini-Phänomenta wurde anlässlich der Landesgartenschau im Jahr 2010 als Projekt des Märkischen Arbeitgeberverbandes (MAV) angelegt und erfreut sich auch nach nunmehr elf Jahren großer Beliebtheit bei großen und kleinen Besuchern. Gemeinsam mit der Parkleitung kümmert sich der Vorstand des Fördervereins um den Erhalt, die Pflege und die Erweiterung dieser Anlage.

Dank der guten Kooperation zwischen dem MAV und dem Förderverein kann jetzt eine weitere finanzstarke der über mehrere Jahre angelegten Erweiterung erfolgen. Dazu gehören drei große Rotationsscheiben „Pulsation, Relief und Spirale“. Die Auswahl und Erstellung erfolgte nach intensiver Beratung mit der technischen Leitung der Phänomenta in Lüdenscheid.

Vorstandsmitglied Architekt Johann Karl Aljet Müller koordiniert zusammen mit Park-Geschäftsführer Thomas Bielawski den Aufbau der Installation. Für die Montagearbeiten konnte wieder das erfahrene Metallbauer-Team der Schlosserei Hermann Müller aus Letmathe gewonnen werden. Die Gesamtkosten des Projekts lieben bei rund 14.000 €, die sich der MAV und der Förderverein teilen.

WORUM GEHT ES?

Es gibt zahlreiche optische Täuschungen und Illusionen, die durch Drehung oder Bewegung entstehen. Hier werden drei Klassiker vorgestellt. Beim Betrachten der rotierenden Bilder „Pulsation“, „Relief“ und „Spirale“ entstehen Illusionen, die sich nach längerem Betrachten der Scheiben teilweise auch auf ihre Umgebung übertragen.

WESHALB IST DAS SO?

Ist die Scheibe „Pulsation“ erst mal in Bewegung versetzt, entsteht der Eindruck, die geraden Teile der Linien würden sich nach innen biegen. Es scheint, als ob Wellen den schwarzen Mittelpunkt umkreisen.

Bei Drehung der offensichtlich ganz ebenen Scheibe „Relief“ hat man den Eindruck, man habe einen rotierenden, räumlich nach vorne tretenden (Vulkan-)Kegel vor sich, in dessen Mitte ein weiterer Kegel eingelassen ist.

Durch die „Spirale“ gewinnt man bei einer Rotation im Uhrzeigersinn den Eindruck, die Linien würden sich weiten, während man bei der Gegenrichtung das Gefühl hat, die Linien zögen sich im Mittelpunkt zusammen. Betrachtet man die rotierenden Bilder länger als eine halbe Minute, kann es passieren, dass die Illusionen auf die Umgebung übergehen. So erweckt die „Spirale“ den Eindruck, dass sich die Wand neben der Scheibe je nach Rotationsrichtung zusammenzieht oder ausdehnt.

DER OPTISCHE HINTERGRUND

Maßgeblich für diese Sinnestäuschung, die im Sehzentrum des Gehirns entsteht, sind unterschiedliche Detektoren für eine Links- bzw. Rechtsdrehung. Diese sind auch dann aktiv, wenn sich gar nichts dreht. Betrachtet man zum Beispiel eine ruhende Scheibe, neutralisieren sich die gleich starken Signale der Linksdreh- und Rechtsdrehdetektoren gegenseitig, und wir erhalten – ganz zu Recht – den Eindruck, dass sich das Bild auf der Scheibe nicht bewegt.

Betrachtet man ein drehendes Bild länger als eine halbe Minute, ermüden die entsprechenden Drehdetektoren. Schaut man dann auf die ruhende Umgebung, können die erschöpften Detektoren die neuen Signale nicht sofort ausgleichen und es entsteht der Eindruck, dass sich die eigentlich ruhige Umgebung in umgekehrter Richtung dreht.

Ähnliches beobachtet man als so genannten „Wasserfalleffekt“: Schaut man längere Zeit auf einen Wasserfall und anschließend auf die Landschaft daneben, dann scheint diese sich zu heben. Ursache sind wieder die ermüdeten Detektoren.