Man würde behaupten, wer in Gemeinschaft singen möchte, geht in einen Chor. Aber genau davor scheut auch mancher zurück, der für sein Leben gern im Auto, unter der Dusche oder auch anderswo singt. „Ein Chor ist immer auch eine Verpflichtung, wir sind es nicht“, sagt Hannes Weyland. Gemeinsam mit seinem Pianisten Philip Ritter steht er am Donnerstag, 4. Oktober ab 19:30 Uhr beim 1. Hemeraner Rudelsingen auf der Bühne des Alten Casinos. Rudelsingen ist einfach erklärt. Menschen aller Generationen treffen sich in einem großen Raum, um gemeinsam zu singen. „Das Besondere ist, dass es dabei nicht darauf ankommt, ob man gut oder schlecht, laut oder leise oder in einem fünfstimmigen Chorus singen kann. Es treffen sich einfach Menschen, die Freude, die Bock aufs Singen haben“, so Weyland weiter.

Der ist gerade 34 Jahre alt und damit deutlich jünger, als die meisten der typischen Rudelsinger. „Das Publikum ist bunt gemischt, aber die meisten Gäste sind schon um die Fünfzig. Ausreißer nach oben und unten gibt es immer. Besonders in Erinnerung geblieben, ist mir eine ältere Dame, um die 80 Jahre alt, die vor allem die rockigen Stücke geliebt hat. Sie ist nach einer Veranstaltung zu mir gekommen ist, um mir zu sagen, dass wir gern noch ein wenig mehr solche Songs hätten ins Programm aufnehmen können“, berichtet Weyland. Er ist seit vier Jahren im Team mit Ritter in vielen Städten unterwegs. Weyland, der gebürtige Fröndenberger, der in Menden zur Schule gegangen ist und auch schon im Soundgarten auf der Bühne stand, ist Teil eines von insgesamt zehn Teams, die alljährlich in 100 deutschen Städten auf der Bühne stehen. Im Schnitt sind rund 10.000 Rudelsinger pro Monat dabei. Zentrale ist Münster. In der Studentenstadt hat im Jahr 2011 alles begonnen. Weyland selbst ist seit vier Jahren dabei und vom Konzept vollkommen überzeugt.

„Die Magie eines solchen Abends besteht aus der Moderation, also der Fähigkeit, die Menschen mitzunehmen und zu begeistern. Außerdem ist natürlich die Songauswahl besonders wichtig. So vergeht im Ruhrgebiet nicht ein Abend, an dem wir nicht zum Schluss eines Rudelsingens auch das Steigerlied präsentieren.“ Insgesamt rund 25 Songs, Hits und Evergreens, Deutsch-Pop von Mark Forster über Max Giesinger bis zu Schlagern und Rocksongs, den 70ern oder One-Hit-Wonder gehören dazu. Fertige Listen allerdings gibt es nicht. „Zum einen ist die erste Veranstaltung in jeder Stadt sehr speziell, außerdem ist jede Stadt anders“, berichtet Weyland. Verraten will er nichts, nur dass Songs aus den 90ern gerade für ihn ein wichtiger Baustein eines Rudelsingens sind. Auch ein Song wie ´Dancing Queen` von Abba dürfe an einem ersten Rudelsing-Abend auf gar keinen Fall fehlen.

Mitbringen muss man nichts, außer gute Laune und Spaß am Singen. Alle Texte werden auf einer großen Leinwand gezeigt.  Rudelsingen ist wie Karaoke für alle. Einzig steht man nicht allein auf einer Bühne, sondern singt im Publikum mit. Wer dabei sein möchte, kann sich jetzt noch sein Ticket sichern. Karten für das 1. Hemeraner Rudelsingen kosten ab 12,00 Euro und sind bei adticket.de oder im Ticketshop des Sauerlandparks zu bekommen. Karten an der Abendkasse sind drei Euro teurer. Los geht’s um 19:30 Uhr, der Einlass beginnt um 18:30 Uhr.